La Bohème, Luzerner Theater

Ein Leitfaden für echte Bohemiens

Oper
5. Februar 2024

Es dauert nicht mehr lange und dann steht am 09.03.2024 die Premiere von Giacomo Puccinis «La Bohème» (1896) auf dem Programm des Luzerner Theaters. Die heute weltberühmte Oper schildert das Leben von vier einfachen Pariser Künstlern, die leben und lieben, wie es ihnen gefällt. Man könnte «La Bohème» auch als Einstiegsdroge in die Welt der Oper bezeichnen, denn die Handlung ist denkbar einfach und die Musik geht mit ihrem wunderbaren Schmelz direkt ins Ohr und ins Herz. Der Inhalt ist ebenso schlicht wie traurig: Es geht um die Liebesgeschichte zwischen Rodolfo und Mimì, die durch Mimìs tödliche Krankheit auf eine harte Probe gestellt wird. Denn Rodolfo ist als armer, sich selbst treu bleibender Bohemien finanziell nicht in der Lage, Mimì zu helfen. Umrahmt wird die Haupthandlung vom bunten und exzentrischen Treiben der Pariser Bohème, die durch Henris Murgers Vorlage «Scènes de la vie de bohème» (1851) zum bis heute anhaltenden Kult wurde. Und wer glaubt, das freie Leben der Bohemiens gibt es nur in Paris oder sei heute passé, der irrt: gegenwärtig wird die Bohème von Murger/Puccini noch immer als Ideal gefeiert, das von vielen jungen Künstler*innen auf der ganzen Welt nachgeahmt und gelebt wird.

 

Wer selbst einmal auf den Geschmack kommen möchte, wie es ist, ein «waschechter» Bohemien zu sein, findet hier einen kleinen Leitfaden.

 

  • Kündige deine Lebens-, Hausrat- und Krankenversicherung!
  • Schlafe so lange du willst! (Für Fortgeschrittene: Tagsüber schlafen und nachts leben.)
  • Kleide dich exzentrisch und einzigartig!
  • Lies Baudelaire!
  • Verschenke dein Auto!
  • Gib alles Geld aus, das du hast (am besten für Wein, Bücher, gutes Essen und Theater). Sparen ist für Spiesser.
  • Flaniere stundenlang und ziellos durch die Stadt (am besten wie Baudelaire mit einer Schildkröte an der Leine, damit keine Eile aufkommt.)
  • Bring trotz Laptopverbot dein Laptop mit ins Kaffee, denn: Was ist bloss aus der jahrhundertealten Kaffeehaustradition geworden?!
  • Sprich in Aphorismen!
  • Arbeite nicht für Geld, ganz nach Guy Debords Motto: «Ne travaillez jamais»
  • Lebe und liebe als wäre es dein letzter Tag!